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Klang-Gespräche
Psychologische Beratung und Entspannung

In Kontakt mit deiner Angst

Herzrasen, Schweißausbrüche, weiche Knie, sorgenvolle Gedanken & Unruhe – wer kennt es nicht? Unser „Programm“ Angst versetzt uns u.a. auf diese Weise in einen alarmbereiten Modus, wenn (vermeintliche) Gefahr droht. Innerhalb kürzester Zeit hat unser Organismus einzuschätzen: Wie groß ist die Gefahr tatsächlich? Welche Möglichkeiten habe ich mich zu schützen? Mache ich das am besten über Flucht, Kampf oder Erstarrung? Oder gibt es Hinweise darauf, dass meine Einschätzung falsch war – und ich unterstütze mein Nervensystem bewusst darin, wieder in einen entspannten Zustand zu finden?

Angst ist ein überlebenswichtiger Mechanismus jedes gesunden Menschen. Meistens dennoch nicht beliebt, da unangenehm. Dabei kann sie ein wunderbarer Anzeiger für Wachstumspotential sein! Denn in jedem Sich-ihr-Stellen gehen wir Schritte, die wir sonst nicht gegangen wären. So feiere ich alle Mutigen, die sich trotz „Bammel“ am Samstag auf meinen ganzheitlichen Stimmworkshop einlassen, wo wir z.B. auch der Frage nachgehen: Was in mir hat eigentlich Angst sich mit meiner Stimme – also SO WIE ICH BIN – zu zeigen? Und wie würde diese Angst sich ausdrücken? Und wie würde ich klingen ohne sie? Also – eine absolut tolle Möglichkeit die eigene Komfortzone zu erweitern 😉

Angst kann aber natürlich auch ein Symptom verschiedenster Erkrankungen sein, z.B. bei Angst- und Panikstörungen, Herz- oder Hormonerkrankungen, Substanzmissbrauch oder -entzug, etc. . Die Liste ist lang, und natürlich muss individuell geschaut werden: Was ist ursächlich? Und ggf. erstmal ganz woanders angefangen werden.

Mein beratend-therapeutischer Ansatz besteht darin, mit der Angst in freundlichen, annehmenden Kontakt zu kommen und zu lernen sich von ihr zu disidentifizieren.

D.h. konkret: Über achtsamkeitsbasierte Körper- und Erlebenswahrnehmung einen Bezug (also eine Beziehung!) zu ihr herzustellen, die deutlich macht: Ich habe Angst – aber ich bin nicht die Angst! Das wäre ein erster Schritt, der bereits einen riesen Unterschied macht. Weitergehend kann in dieser neuen konstruktiveren Beziehung mit der Angst als „Etwas“, als „Teil“ von mir ein neuer Umgang erlernt werden, indem dieser Teil ernstgenommen und in „innere Verhandlungen“ mit einbezogen wird. So kann beispielsweise ein nächster Schritt ausgehandelt werden, also neuer Handlungsspielraum erschlossen werden, der sich aus der Person selbst gefunden hat, und nicht von Therapeut, Coach oder sonst wem „nur“ vorgegeben wurde.

Das läuft dann tatsächlich über eine Art inneres Gespräch mit dem „Etwas“ und könnte – ganz vereinfacht – so aussehen:

Ich: Angst, mein Vorschlag ist, xyz einmal für 5 Minuten in Begleitung auszuprobieren. Im Anschluss erörtern wir, wie gefährlich es war.

Angst: Ok. Darauf kann ich mich einlassen. Aber ich merke, dass ich Angst habe nicht mehr gebraucht zu werden.

Auch spannend, oder? Manchmal liegt Unerwartetes hinter etwas wie der Angst…

Yvonne Kretschmar

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